Spätfolgen von Diabetes – wie Benfotiamin und Alpha-Liponsäure bei Diabetischer Polyneuropathie wirken

Bei Diabetes mellitus ist die Glukose-Aufnahme aus dem Blut in die Körperzellen gestört. Der Schlüssel für die Aufnahme der Glukose in jede einzelne Zelle des Körpers ist das lebenswichtige Insulin. Ohne diesen Schlüssel bleibt das Schloss nahezu verschlossen und der Blutzuckerspiegel dementsprechend hoch. Je nach Diabetes-Typ herrscht entweder ein absoluter Insulin-Mangel (Typ 1), die Bauchspeicheldrüse ist nicht imstande, Insulin zu produzieren, oder man spricht von Diabetes mellitus Typ 2, dem sog. erworbenen Diabetes. In diesen Fällen sind mehrere Ursachen und unterschiedliche Kombinationen von Insulinresistenz, Hyperinsulinismus, relativem Insulinmangel und Sekretionsstörungen der Bauchspeicheldrüse denkbar. Daneben gibt es noch einige weitere, spezifische Diabetes-Typen. Wenn nicht gegengesteuert wird, ist das Resultat jedoch stets dasselbe: Ein erhöhter Zuckerspiegel in Blut und Urin. 

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Für Diabetes-Spätfolgen verantwortlich ist der dauerhaft hohe Blutzuckerwert

Ein über längere Zeit überhöhter Blutzuckerwert führt zu typischen Folgeerkrankungen und kann langfristig zu schweren diabetischen Spätschäden führen. Zu diesen diabetischen Spätschäden gehört die diabetische Polyneuropathie, also das Absterben gleich mehrerer peripherer Nerven, die für Sinnesempfindungen (vgl. diabetische Neuropathie an den Füßen), Bewegung und Organsteuerung zuständig sein können. Weitere diabetische Folgeerkrankungen können im Extremfall bis hin zum Verlust einzelner Gliedmaßen (diabetischer Fuß) führen oder machen sich durch die Folgen der Arteriosklerose bemerkbar. Diese können Herzinfarkt und Hirnschlag, Nierenversagen und Verlust des Augenlichtes sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die diabetischen Spätschäden an den Nerven auslöst, und wie mit einer rechtzeitigen, gezielten Einnahme der Biofaktoren Benfotiamin und Alpha-Liponsäure gegengesteuert werden kann.

Um Diabetes-Spätfolgen vorzubeugen, muss der Zucker im Zaum gehalten werden

Wird die häufig schleichend entstehende Diabetes-Erkrankung erst relativ spät erkannt, oder hat ein Diabetes-Patient trotz Diagnose einen schlecht eingestellten Blutzuckerwert, droht ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Der Blutzucker und seine verschiedenen Abbau- und Zwischenprodukte schädigen die Zellen: Die entstehenden Zuckeralkohole beispielsweise greifen die Nerven an. Die verzuckerten Proteine und/oder Lipide, sog. AGEs (für advanced glycation end products) lagern sich vielfach ab, häufen sich an und verursachen durch freie Sauerstoffradikale oxidativen Stress, der die Blutgefäße beschädigt. Die Folgen sind Arteriosklerosen, Thrombosen und Unterversorgung wichtiger Nerven und Organe, bis es zum Ausfall der betroffenen Körperregionen kommt.

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Diabetische Polyneuropathie – wenn die Nerven versagen

Wenn die Blutgefäße beschädigt sind, werden auch die Nervenenden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Biofaktoren versorgt. Zusätzlich können die Nerven auch direkt durch die Zuckeralkohole angegriffen werden. Gefährdet sind die peripheren Nerventypen – von sensorischen über motorische bis hin zu vegetativen Nerven – folglich sind das Gehirn und das Rückenmark (zentrales Nervensystem) nicht betroffen. Sind mehrere Nerven betroffen, spricht man von einer Polyneuropathie. Wenn nur bestimmte periphere Nerven (z. B. Gliedmaßen) betroffen sind, ist von diabetischer Neuropathie die Rede, einer Vorstufe der Polyneuropathie –  die Grenzen sind hier allerdings fließend. Sind sensorische Nerven in ihrer Funktion beeinträchtigt, können Symptome wie Verlust oder Missempfindungen von Tastsinn, Schmerz- und Temperaturempfinden an bestimmten Körperteilen, vor allem an den Füßen, auftreten. Die Folge sind Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schmerzen, für die es keinen äußeren Reiz gibt. Sind motorische Nerven betroffen, kommt es zu Lähmungserscheinungen. Die vegetativen Nerven steuern unbewusste Vorgänge in unserem Körper. Sind sie beschädigt, können beispielsweise Blasenschwäche, Potenzstörungen oder gestörte Schweißproduktion die Folgen sein. Häufig sind zuerst die weiter vom Körperzentrum entfernten Regionen, also die Füße, von einer diabetischen Polyneuropathie betroffen. Diabetes ist übrigens nicht der einzig mögliche Auslöser für eine Polyneuropathie – unter anderem können auch Alkoholmissbrauch, bestimmte Autoimmunerkrankungen oder eine Vitamin B12-Unterversorgung zu einem Ausfall wichtiger Nervenfunktionen führen.

Wie kann man Diabetes-Spätfolgen wie Polyneuropathie vorbeugen oder behandeln?

Es ist möglich, mit Diabetes mellitus lange beschwerdefrei zu leben. Dabei ist entscheidend, eine Diabetes-Erkrankung frühzeitig zu erkennen und den Blutzuckerwert dauerhaft auf ein verträgliches Maß zu regulieren. Dafür wird dem Patienten einiges an Disziplin abverlangt, denn in der Regel ist dafür eine Anpassung des Lebensstils notwendig. Abgesehen davon, dass der Blutzuckerspiegel regelmäßig überwacht und reguliert werden muss, sollten viele Diabetiker auf ihre Ernährung achten, weitgehend auf Alkohol und Zigaretten verzichten und sich regelmäßig bewegen. Vor allem bei Typ 2-Diabetes ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Faktor, um die Blutwerte langfristig zu beeinflussen. Aber auch Typ 1-Diabetiker sollten genau überwachen, wie viele Kohlehydrate sie zu sich nehmen, um Fehldosierungen von Insulin und gefährliche Schwankungen der Blutzuckerwerte zu vermeiden. Auch die Einnahme bestimmter Biofaktoren wie Benfotiamin oder Alpha-Liponsäure als Medikamente kann zusätzlich sinnvoll sein, um bestimmten Spätfolgen, wie der diabetischen Polyneuropathie, gezielt vorzubeugen.

Diese Rolle spielt Benfotiamin bei diabetischen Spätschäden

Vitamin B1, auch Thiamin genannt, spielt eine wichtige Rolle bei den Diabetes-Folgen, besonders der diabetischen Polyneuropathie. Besteht ein Mangel an dem Biofaktor Thiamin, funktioniert der Kohlenhydratstoffwechsel nicht mehr richtig, er gerät aus dem Gleichgewicht und die schädlichen Abfallprodukte des Zuckerstoffwechsels, die AGEs, treten vermehrt auf. Durch ihre Störung der Nervenfunktion tragen sie zum Entstehen und Fortschreiten einer diabetischen Polyneuropathie bei. Ein ausgeglichener Thiamin-Haushalt hilft, die AGEs im Blutkreislauf zu regulieren, indem er ihre Produktion durch die Unterstützung bestimmter Glukose-Stoffwechselwege verringert. Dadurch ist er der normalen Nervenfunktion zuträglich. Möchte man seinen Vitamin B1-Haushalt gezielt regulieren, empfiehlt sich die Zufuhr von Thiamin-Derivaten. Verschiedene medizinische Studien haben ergeben, dass besonders das fettlösliche Benfotiamin, eine Vorstufe von Vitamin B1, sehr gut vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann, um die Bildung gefährlicher Zuckerabbauprodukte zu hemmen. Eine Studie an der Universität Bad Kissingen zeigte eine Linderung der Nervenschmerzen und eine Verbesserung der sensorischen Nervenfunktionen. Im Vergleich zur Testgruppe, die ein Placebo einnahm, konnten die Personen, die Benfotiamin bekamen, feine Sinnesreize wie Vibrationen wieder besser wahrnehmen als zuvor. 

Polyneuropathie-Vorbeugung durch Vitamin B-bewusste Ernährung

Wenn Sie als Diabetiker zur Polyneuropathie-Risikogruppe gehören, ist eine Vitamin B-bewusste Ernährung ratsam. Besonders thiaminhaltige Lebensmittel sind Vollkornprodukte wie Haferflocken und Vollkornbrot. Der Biofaktor steckt vorwiegend in den Randschichten verschiedener Getreidesorten. Vermeiden Sie daher „leere“ Weißmehlprodukte weitgehend. Auch Sonnenblumenkerne und Hülsenfrüchte wie beispielsweise Erbsen enthalten – neben vielen anderen wertvollen Inhaltsstoffen – viel Vitamin B1. Ebenso Schweinefleisch und Fisch wie Scholle oder Thunfisch und einige andere Lebensmittel.

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Wenn jedoch bereits ein Mangel an einem Biofaktor wie Vitamin B1 besteht, ist es schwierig und sehr langwierig, diesen nur durch bewusste Ernährung wieder auszugleichen. Gerade Menschen, denen es aus verschiedenen Gründen schwerfällt, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten – sei es im stressigen Arbeitsalltag, oder weil sie als Bewohner eines Alters- oder Pflegeheims nur eingeschränkt über ihren Speiseplan entscheiden können – sollten deswegen nicht auf eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Biofaktor Benfotiamin (Vitamin B1) verzichten. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzliches Benfotiamin gezielt einzunehmen, um die schweren Folgen eines Mangels zu verhindern. 

Das Antioxidans Alpha-Liponsäure bindet freie Radikale bei diabetischen Spätfolgen

Alpha-Liponsäure ist kein Vitamin, sondern eine sowohl wasser- als auch fettlösliche schwefelhaltige Fettsäure, die natürlich im menschlichen Körper produziert wird. In den Mitochondrien jeder einzelnen Zelle ist sie an der Energieproduktion beteiligt, ohne die unser Körper nicht funktionieren kann. Zusätzlich ist die Liponsäure ein wirkungsvolles Antioxidans – dabei kann sie nicht nur verschiedene freie Radikale, sondern auch Schwermetalle binden und hilft so bei der Entgiftung des Körpers. Darüber hinaus kann sie andere Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Coenzym Q10 regenerieren, so dass die Balance wiederhergestellt ist und diese ihrer antioxidativen Funktion wiederholt nachkommen können. Da sie sowohl fett- als auch wasserlöslich ist, kann Alpha-Liponsäure in alle Zellen und Körperflüssigkeiten eindringen und sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden, um überall tätig zu werden.

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Alpha-Liponsäure und diabetische Polyneuropathie

Eine Studie aus dem Jahr 2008 hat ergeben, dass eine Kurzzeitbehandlung mit Alpha-Liponsäure die Symptome einer Polyneuropathie lindern kann. Die sogenannte NATHAN II Studie ergab beispielsweise nach vier Jahren Verbesserungen der Nervenfunktion im Rahmen der neurologischen Untersuchung und einiger neuropathischer Symptome in der Alpha-Liponsäure-Gruppe. Durch ihre starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkung trägt sie dazu bei, schädigende Sauerstoffradikale zu binden und die Belastung der Blutbahnen und Nerven zu verringern. Das hilft auch, die gefährlichen Folgen von beschädigten Blutgefäßen wie Arteriosklerose und daraus resultierendes Herzinfarkt- und Hirnschlag-Risiko zu vermindern. Der Wirkstoff kann bei Polyneuropathie sowohl symptomatisch, das heißt Symptome wie Schmerzen und Missempfindungen lindernd, als auch pathogenetisch, also den Krankheitsverlauf aufhaltend, eingesetzt werden.

Das sollten Diabetiker bei Alpha-Liponsäure beachten

Alpha-Liponsäure kann auch die Glucose-Aufnahme positiv beeinflussen und zu einer Veränderung der notwendigen Insulin-Dosis führen. Daher sollten Sie eine Einnahme von Alpha-Liponsäure unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen, um zugeführtes Insulin richtig dosieren zu können. Alpha-Liponsäure ist auch in verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten – aufgrund ihrer hohen Konzentration in den Mitochondrien findet man sie natürlich am ehesten in Fleischprodukten und Innereien wie Leber, Herz und Niere. Einige Gemüsesorten wie Brokkoli, Tomaten oder Spinat enthalten die Alpha-Liponsäure in Spuren. Soll der Wirkstoff in akuten Situationen gezielt zugeführt werden, reicht eine bewusste Ernährung nicht mehr aus – konsultieren Sie in diesen Fällen Ihren Arzt.

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