Polyneuropathie und Vitamin B1
– warum sich Diabetiker vor einem
Vitamin B1-Mangel hüten sollten

Diabetische Polyneuropathie ist eine weit verbreitete Folgeerkrankung von Diabetes. Etwa jeder dritte Patient mit Typ 1 bzw. Typ 2 Diabetes ist von dem folgenschweren Nervenleiden betroffen. Die diabetische Neuropathie wird durch Prozesse ausgelöst, die durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel entstehen: Blutgefäße und Nerven werden durch schädliche Zuckerstoffwechselprodukte angegriffen und beschädigt. Die Folgen sind Taubheitsgefühle, Missempfindungen von Kribbeln bis hin zu Schmerzen und motorische Störungen der Gliedmaßen. Der Verlauf einer Polyneuropathie kann zu Komplikationen und sogar zum Verlust von Gliedmaßen führen. Erfahren Sie hier, welche entscheidende Rolle die richtige Ernährung und der Ausgleich eines Vitamin-B1-Mangels spielen und wie eine bestehende Polyneuropathie behandelt werden kann!

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THEMEN IM ÜBERBLICK

Was ist Vitamin B1 und welche Aufgaben erfüllt es?

Vitamin B1 erfüllt in unserem Körper wichtige Funktionen im Kohlehydratstoffwechsel. Es hilft mit der Nahrung aufgenommene Kohlehydrate abzubauen und in Energie umzuwandeln. Außerdem beeinflusst Vitamin B1 unter anderem die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe und übernimmt dadurch wichtige Aufgaben in der korrekten Funktion des Nervensystems.

Da Vitamin B1 im Körper nur für wenige Wochen gespeichert werden kann, sollte es täglich über die Nahrung zugeführt werden. Vitamin B1 wird für den Abbau von Glucose benötigt – müssen also besonders viele Kohlehydrate verstoffwechselt werden, kann es kurzfristig zu einem erhöhten Bedarf an Vitamin B1 kommen. Bei Diabetes-Patienten im Zustand der Hyperglykämie kann das ebenfalls auftreten. Der entsprechend höhere Vitamin B1-Bedarf kann durch die „normale“ Tageszufuhr von 1 bis 1,3 mg, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für gesunde Erwachsene empfohlen wird, oft nicht gedeckt werden.

Vitamin B1, Thiamin und Benfotiamin – eine kurze Begriffserklärung

Thiamin ist der wissenschaftliche Name für Vitamin B1 und in der Fachliteratur begegnet man diesem Synonym für Vitamin B1 häufig. Benfotiamin hingegen ist eine Vorstufe von Thiamin, die im Körper zu Vitamin B1 umgewandelt wird. Der Vorteil von Benfotiamin: Während Thiamin wasserlöslich ist und bei einer Einnahme als Nahrungsergänzungs- oder Arzneimittel nur schlecht im Darm resorbiert wird, hat Benfotiamin fettlösliche Eigenschaften. Dadurch wird Benfotiamin besser vom Körper aufgenommen als Thiamin, wenn auf eine Einnahme in Form von Tabletten zurückgegriffen werden muss. So kann Benfotiamin einen Vitamin B1-Mangel effektiv ausgleichen.

In diesen Lebensmitteln ist Vitamin B1 enthalten

Gesunde Menschen können ihren täglichen Vitamin B1-Bedarf über eine ausgewogene Ernährung in der Regel gut decken und müssen kaum auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Besonders Vollkornprodukte, die reich an Thiamin sind, sind hier empfehlenswert, ebenso wie Hülsenfrüchte, Schweinefleisch und bestimmte Fisch- und Gemüsesorten. Beim Zubereiten der Speisen muss allerdings beachtet werden, dass Thiamin hitze- und lichtempfindlich ist. Bereiten Sie Ihr Gemüse also nur schonend gegart zu und lagern Sie Ihre Lebensmittel bevorzugt dunkel, um den Thiamin-Gehalt der Lebensmittel nicht zu gefährden.

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Diabetiker gehören zur Vitamin B1-Mangel-Risikogruppe

Auch bei ausgewogener Ernährung gibt es gewisse Faktoren, die einen Vitamin B1-Mangel begünstigen können. Substanzen wie Alkohol, Kaffee oder Schwarztee können die Aufnahme bzw. die Verwendung von Vitamin B1 hemmen, wenn sie regelmäßig oder in großen Mengen konsumiert werden. Aber auch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes können für einen Thiamin-Mangel verantwortlich sein. Eine wissenschaftliche Studie zeigt, dass Diabetiker häufig mit einem erniedrigten Vitamin B1-Spiegel zu kämpfen haben. Ursache dafür ist zum einen der erhöhte Bedarf aufgrund des gestörten Zuckerstoffwechsels, aber auch die erhöhte Ausscheidung des wasserlöslichen Vitamins über die Nieren. Aufgrund dieser Gefahrenquellen sind Diabetiker besonders häufig von Vitamin B1-Mangel und seinen gravierenden Folgen betroffen und sollten effektiv vorbeugen.

Gefahr bei einem Vitamin B1-Mangel: Nervenschäden drohen

Fehlt Vitamin B1 im Organismus, kann der Kohlehydratstoffwechsel beeinträchtigt werden. Symptome eines Thiamin-Mangels sind unter anderem eine Übersäuerung des Blutes, Wassereinlagerungen oder Schäden an den Nerven. Ein Vitamin B1-Mangel kann dementsprechend dazu beitragen, eine Polyneuropathie (Nervenschädigung) auszulösen oder zu verstärken. Beim Diabetiker entsteht durch den gestörten Zuckerstoffwechsel ein Überschuss an schädlichen Zuckerabbauprodukten. Diese Stoffwechselprodukte begünstigen Entzündungen und verstärken die Auswirkungen von oxidativem Stress auf die Blutbahnen. Die Wände der Blutgefäße werden in der Folge angegriffen und feine Äderchen sterben ab. Zurück bleiben schlecht versorgte Nervenbahnen, die daraufhin ebenfalls absterben – und eine Neuropathie verschlimmern oder gar auslösen. Einen genaueren Überblick über diabetische Folgeerkrankungen, die durch die Schädigung der Blutgefäße infolge eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels ausgelöst werden, bekommen Sie hier: Diabetische Folgeerkrankungen – welche Risiken Diabetes mit sich bringt.

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Diabetische Polyneuropathie infolge eines Vitamin-B1-Mangels wirksam behandeln

Wenn eine diabetische Polyneuropathie infolge eines Vitamin B1-Mangels bereits eingetreten ist, kann dem Fortschreiten der Krankheit etwas entgegengesetzt werden. Eine bestehende diabetische Polyneuropathie effektiv zu behandeln ist keine leichte Aufgabe. Eine anhaltende Verbesserung der Nervenfunktionen und damit einhergehend eine Verbesserung der Lebensqualität ist nur durch ein entschlossenes Mitwirken des Patienten zu erreichen. Häufig ist dafür eine Umstellung der Lebensweise und ein Ablegen schlechter Gewohnheiten notwendig.

Dazu gehören mehr Bewegung und eine angepasste Ernährungsweise. Das hilft dabei, das Körpergefühl zu verbessern und Ausfällen wie Gangunsicherheit entgegenzuwirken sowie gegebenenfalls überschüssiges Körpergewicht loszuwerden. Auf die Nervengifte Nikotin und Alkohol sollte am besten ganz verzichtet werden. Außerdem ist es ratsam, einen bestehenden Vitamin-B1-Mangel effektiv auszugleichen.

Welche Rolle neben Benfotiamin die Alpha-Liponsäure in der Behandlung einer Diabetischen Neuropathie spielt, erfahren Sie hier.

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