Vitamin B12 - ein wichtiger Schutz für gute Nerven

Vitamin B12 ist Teil der insgesamt acht Vitamine enthaltenden Vitamin B-Gruppe und kann als einziges von diesen gezielt im Körper gespeichert werden. Unsere Leber speichert das Vitamin in großen Mengen, die für einige Monate bis Jahre reichen und gibt es bei Bedarf wieder ins Blut ab. Die Vorräte der anderen B-Vitamine sind allerdings schneller erschöpft. Sie bleiben im Vergleich zu Vitamin B12 für eine kürzere Zeit in unserem Körper, bis sie verbraucht oder ausgeschieden werden. Daher macht sich eine mangelnde Zufuhr des Vitamins B12 oder eine gestörte Aufnahmefähigkeit im Verdauungstrakt erst verzögert bemerkbar. Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, hat verschiedene Funktionen in unserem Stoffwechsel. Es hilft, den Homocystein-Spiegel niedrig zu halten und schützt so die Blutbahnen und das Herz. Es ist an Zellteilung und Blutbildung beteiligt und elementar für eine normale Funktion der Nerven. Letztere Funktion soll hier näher beleuchtet werden.

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Das trägt Vitamin B12 zur Funktion Ihres Nervensystems bei

Aufgrund seiner Funktion in der Zellbildung und im Lipidstoffwechsel spielt Vitamin B12 eine elementare Rolle für das Nervensystem. Es ist entscheidend an Regeneration und Neubildung der Nervenfaserhüllen beteiligt. Diese, auch Myelinscheiden genannten Hüllen schützen die Nerven vor einem Ladungsverlust und gewährleisten die richtige und schnelle Übertragung der Nervenströme, also der weiterzuleitenden Information.

Diese „Isolierung“ unserer Nerven ist nicht nur in den für Tastsinn und Motorik zuständigen Nerven von Bedeutung, sondern ist vor allem in unserem zentralen Nervensystem, also im Gehirn und im Rückenmark unverzichtbar. Zusätzlich ist Vitamin B12 an der Bildung wichtiger Botenstoffe wie Neurotransmittern und Hormonen beteiligt, die unsere Hirnfunktion und dadurch Wahrnehmung, Stimmung und Psyche steuern.

Wer ist von einem Vitamin B12-Mangel gefährdet? Die Ursachen eines Vitamin B12-Mangels

Säuglinge und Kinder haben aufgrund ihres Wachstums einen starken Bedarf an Vitamin B12 und sind für eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung auf umsichtige Eltern angewiesen. Besonders von einem Vitamin B12-Mangel betroffen sind Senioren und Veganer. Während letztere aufgrund ihrer einseitigen Ernährung (Verzicht auf tierische Lebensmittel) Gefahr laufen, zu wenig Vitamin B12 mit der Nahrung aufzunehmen, leiden ältere Menschen häufig einerseits unter einer gestörten Aufnahme des wichtigen B-Vitamins, andererseits spielen auch hier ernährungsbedingte Einschränkungen eine Rolle. Auch Raucher und Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder Demenz leiden – häufig aufgrund von Nebenwirkungen der langjährig eingenommenen Wirkstoffe und Medikamente – unter einer gestörten Vitamin B12-Aufnahme und sind von einem Mangel gefährdet. Personen, die an Entzündungen der Magenschleimhaut oder anderen Erkrankungen des Verdauungstraktes leiden, können für die Aufnahme des Vitamins wichtige körpereigene Stoffe nicht bilden, so dass zugeführtes Vitamin B12 zum Teil ungenutzt wieder ausgeschieden wird.

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Vor allem mit zunehmendem Alter fallen mehrere solcher Faktoren zusammen und das Risiko für einen Vitamin B12-Mangel steigt. Während nur etwa 2-5% der jungen Europäer von einem Vitamin B12-Mangel betroffen sind, kann bei 10-30% der Menschen über 65 ein Vitamin B12-Mangel diagnostiziert werden. Leben diese in einem Pflegeheim, steigt der Anteil sogar auf rund 40%. Egal, welche Ursache er hat – wird ein Vitamin B12-Mangel zu spät erkannt, drohen zum Teil irreparable Schäden an den Nerven.

Welche neurologischen Symptome hat ein Vitamin B12-Mangel?

Erste Symptome eines Vitamin B12-Mangels sind meist unspezifische Mattheit und Leistungsschwäche sowie eine Unsicherheit auf den Beinen. Die schlecht funktionierenden Nerven im Rückenmark lösen häufig zuerst Missempfindungen in den unteren Extremitäten aus, wie etwa Brennen und Taubheit in den Füßen und ein enges, manschettenartiges Gefühl an den Waden. Da auch das Gehirn sowie Neurotransmitter und Hormone betroffen sind, kann es bei Vitamin B12-Mangel außerdem zu Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche und Depressionen kommen.

Ein unerkannter Vitamin B12-Mangel kann schwere Konsequenzen haben

Bleibt der Vitamin B12-Mangel lange unerkannt, können ernsthafte neurologische und neuropsychiatrische Erkrankungen bis hin zu Demenz und Schizophrenie die Folge sein. Auch starke körperliche Einschränkungen bis hin zur Querschnittslähmung können durch einen Vitamin B12-Mangel ausgelöst werden. Verantwortlich ist hier die Funikuläre Myelose, bei der das Rückenmark aufgrund fehlender Nervenhüllen geschädigt wird. Wird der Mangel früh genug erkannt, können einige Schäden rückgängig gemacht werden. Sind die Folgen des Vitamin B12-Mangels jedoch schon zu weit fortgeschritten, sind die Nervenschäden irreparabel. Daher ist eine Unterversorgung mit Vitamin B12 unbedingt ernst zu nehmen und sollte verhindert werden.

So kann ein Vitamin B12-Mangel diagnostiziert werden

Nach der Aufnahme über die Nahrung gelangt Vitamin B12 in verschiedenen Schritten ins Blut: Mit der Nahrung gelangt es zuerst in den Magen – dort wird der sogenannte intrinsische Faktor gebildet, an den das Vitamin B12 gebunden wird. Gemeinsam können diese im Dünndarm aufgenommen werden und ins Blut gelangen. Ein nicht unerheblicher Teil des Vitamins kann auch ohne intrinsischen Faktor durch die Darmwände diffundieren. Einmal im Körper angekommen, liegt es dann sowohl in aktiver Form, die der Körper verwerten kann, als auch in inaktiver Form vor. Nur ca. 20 % des im Blut vorhandenen Vitamin B12 ist aktiv und wird als Holotranscobalamin (kurz: HoloTC) bezeichnet. Da ein Bluttest jedoch auch das inaktive Vitamin B12 im Blut erfasst, kann er bei der Diagnose eines Vitamin B12-Mangels täuschen, d. h. einen Mangel verschleiern. Besteht aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder sogar aufgrund des Auftretens verschiedener Vitamin B12-Mangelsymptome ein Verdacht, sollte daher ein zweistufiger, spezifischer Bluttest gemacht werden. Hier wird zum einen der Gehalt an Holotranscobalamin getestet und in einer zweiten Stufe geprüft, wie sich die Konzentration aus dem Mangel resultierender Stoffwechselprodukte wie Methylmalonsäure und Homocystein verhält. Fallen beide Tests ungünstig aus, kann von einem Vitamin B12-Mangel ausgegangen werden, der schleunigst behoben werden sollte.

Gefährdete Personen sollten einer Vitamin B12-Unterversorgung vorbeugen

Obwohl das Vitamin B12 so entscheidend für unseren Organismus ist, benötigen wir nur relativ geringe Mengen davon. Gesunden Erwachsenen wird eine Tagesdosis von 3 µg empfohlen. Kinder benötigen etwas weniger Vitamin B12, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf von 3,5 bis 4 µg am Tag.

Veganer und andere Menchen, die aufgrund einer einseitigen Ernährung Gefahr laufen, zu wenig Vitamin B12 zu sich nehmen, können einer  Unterversorgung mit B12 relativ einfach durch eine bewusste Ernährung und evtl. gezielte Zufuhr von Vitamin B12 vorbeugen. Vitamin B12 wird von Mikroorganismen gebildet und findet sich fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln – dort vor allem in der Leber, wo es bei Tieren wie beim Menschen gespeichert wird. Aber auch Fleisch, Fisch, Eier und Milch sowie Milchprodukte enthalten das Vitamin in nennenswerten Mengen. Veganern ist zu empfehlen durch Nahrungsergänzungsmittel (die übrigens in der Regel vegan sind) die möglicherweise vorhandene Unterversorgung auszugleichen. Einen nachgewiesenen Vitamin B12-Mangel hingegen sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt mit einem geeigneten Arzneimittel therapieren.

Auch bei gestörter Aufnahmefähigkeit kann einem Vitamin B12-Mangel entgegengewirkt werden

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Ist jedoch die Aufnahmefähigkeit für Vitamin B12 gestört, muss zunächst der Auslöser dafür gefunden werden. Dies können eine mangelhafte Bildung des intrinsischen Faktors im Magen sein oder eine gehemmte Aufnahme aufgrund der Nebenwirkung von Medikamenten wie beispielsweise Metformin, das viele Typ-2-Diabetiker einnehmen. Bei der langjährigen Einnahme von Medikamenten ist die Vitamin-Aufnahme in der Regel zwar gehemmt, aber nicht vollkommen ausgeschaltet, so dass in einer ersten Maßnahme mit einer gesteigerten Vitamin B12-Zufuhr gearbeitet werden kann.

Hierbei spielt der passive Transport von Vitamin B12 durch die Darmwand eine besondere Rolle. Wird dem Verdauungstrakt erheblich mehr Vitamin B12 zugeführt, als im Körper vorhanden ist, diffundiert ein Teil des vorhandenen Vitamin B12 ganz von selbst durch die Darmbarriere. Das physikalische Gesetz des Konzentrationsgefälles sorgt dafür, dass die Diffusion bei gleichbleibender Zufuhr abnimmt, je besser unsere Versorgung mit Vitamin B12 wird. So kann ein Vitamin B12-Mangel gezielt nach und nach ausgeglichen werden.

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