„ENTSCHEIDUNGEN ZUM WOHLE ALLER“

Im folgenden Interview sprechen Monika Wörwag und Dr. Marcus Wörwag über die Vorzüge eines Familienunternehmens, die Bedeutung kultureller Unterschiede, und warum jeder Mitarbeiter unternehmerisch denken sollte.

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Die WÖRWAG Pharma-Geschichte begann mit der Stadtapotheke in Stuttgart-Zuffenhausen, die Ihr Vater 1965 gegründet hat. Schauen Sie dort noch vorbei?

Marcus Wörwag: Unsere Familie kommt aus Zuffenhausen, wir haben hier trotz unserer internationalen Ausrichtung nach wie vor unsere Wurzeln. Unsere Apotheke gehört auch heute noch zu unserem Unternehmen. Ich habe noch immer einen engen Kontakt zur Basis und verstehe die Bedürfnisse der Apotheker, Ärzte und vor allem auch der Patienten. Schließlich hat sich in den letzten 50 Jahren unsere Kernaufgabe nicht geändert: Menschen, die eine Behandlung brauchen, mit den bestmöglichen Arzneimitteln zu beliefern.

Von einer Stadtapotheke zum International Player in mehr als 30 Ländern – wie schreibt man solch eine Erfolgsgeschichte?

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Monika Wörwag: Unser Vater hat sich von Beginn an vollkommen mit der Firma identifiziert – eine Lebensaufgabe. Seine Philosophie gilt bis heute: „Im Mittelpunkt steht der Mensch.“ Und zwar jene Menschen, die unter Diabetes und seinen Begleiterscheinungen leiden: Herz-Kreislauferkrankungen und diabetische Neuropathie. Neben hierfür geeigneten Präparaten bilden Mineralstoffe und Vitamine, sogenannte Biofaktoren, die naturheilkundlichen Schwerpunkte der Firma.

Marcus Wörwag: Mit unseren erfolgreichen Präparaten wie Milgamma, Thiogamma und Magnerot setzte die Firma nicht nur auf die richtigen Produkte, auch die richtigen Märkte waren wichtig für den Erfolg. WÖRWAG Pharma war eines der ersten Unternehmen, das das Potenzial der Märkte in Osteuropa erkannte und dort ein eigenes Geschäft etablierte. Im Mittelpunkt dieser Expansion stand ebenfalls der Mensch: unsere Mitarbeiter. Von Anfang an setzten wir auf selbstbewusste Teams, besetzt mit Experten aus dem jeweiligen Land, die nicht nur einen direkten Draht zu uns haben, sondern auch die Nähe zum Kunden.

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Monika Wörwag: Eben weil wir uns für selbstständige und selbstbewusste Mitarbeiter stark machen, engagieren sich diese für WÖRWAG Pharma. Die Verbindung von diesem Know-how, der Qualität unserer Arbeit und der nötigen Weitsicht und Schnelligkeit in wichtigen Entscheidungen macht die Erfolgsgeschichte des Unternehmens aus.

Was bedeutet ein derartiges Wachstum für WÖRWAG Pharma?

Marcus Wörwag: Vor allem: sich trotzdem weiterhin auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die kleinen und großen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, wie wir es auch in all den Jahren zuvor getan haben: den stetigen Ausbau der Märkte, des Vertriebs und der Produktpalette. Alle Entscheidungen, die daraus erwachsen, beruhen auf einer Haltung, die das Wohl aller im Blick hat. Daher sind unsere unternehmerischen Entscheidungen nie auf kurzfristige Ziele ausgelegt, sondern stets auf nachhaltige, belastbare Erfolge.

Monika Wörwag: Diese Haltung sind wir nicht zuletzt unseren Mitarbeitern und ihren Familien schuldig. Wichtig ist uns zum einen die finanzielle Unabhängigkeit der Firma, das Gefühl, nicht von Banken oder Investoren abhängig zu sein. Und zum anderen die Selbstständigkeit unserer Mitarbeiter. Sie dürfen, ja, sie sollen mitgestalten und Verantwortung übernehmen, sowohl als Individuum wie auch als Teamplayer.

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Wieso sind Sie gerade mit Diabetes-Medikamenten und Biofaktoren so erfolgreich?

Marcus Wörwag: Wir haben eine klar abgegrenzte Positionierung mit eindeutigem Profil: maßgeschneiderte Produkte für eine Kernzielgruppe. Kurz: Wir sind Spezialisten, die ihr ganzes Knowhow und ihre Kompetenz für diese Zielgruppe einsetzen. Therapiekonzepte und Servicematerial bieten für die Patienten zusätzlich hohen Nutzen. Weltweit wird die Zahl der Diabeteserkrankungen in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen. Das haben wir erkannt und sehen darin unser Engagement in der Zukunft.

Monika Wörwag: Unsere Medikamente haben nicht nur eine hohe Qualität. Wir haben uns zusätzlich strenge ethische und umweltgerechte Standards auferlegt. WÖRWAG Pharma Arzneimittel sind gut verträglich. Sie sollen eine gesunde Lebensweise fördern und die Gesundheitsfürsorge insgesamt verbessern.

Sie haben ambitionierte Ziele – wie wollen Sie diese erreichen?

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Marcus Woerwag: Ich kann nur wiederholen: durch Konzentration auf das Wesentliche. Erstens: den Ausbau unserer Produktpalette, unter anderem durch eigene Forschung und Entwicklung. Zweitens den Aufbau neuer Märkte. Und drittens: die Vergrößerung und Weiterentwicklung unseres Teams.

Wie schaffen Sie es, die Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern für diese Ziele zu motivieren?

Monika Wörwag: Wir wissen, was wir an den Menschen haben, die für uns arbeiten. Deshalb ist die Personalentwicklung auch ein immens wichtiges Thema im Haus: Nicht umsonst sehen wir uns als ein großes Team, das nach dem Prinzip handelt „Alle für einen und einer für alle“. Bei uns wird Neues ausprobiert und gefördert, jeder kann sein eigenes unternehmerisches Denken und Handeln einbringen. Und falls doch einmal Fehler passieren: Wir sind eine lernende Organisation, die Fehler akzeptiert und in etwas Positives verwandelt. Dieser gelebte Teamgedanke führt zum Engagement jedes Einzelnen. Und diese Menschlichkeit und die Fähigkeit, gemeinsam etwas zu schaffen, machen WÖRWAG Pharma aus.

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Dennoch ist es sicher nicht ganz einfach, den Teamgedanken über Landes- und Sprachgrenzen hinweg zu realisieren und mit Leben zu füllen – und dabei auch noch tragfähige Entscheidungen zu treffen.

Monika Wörwag: Natürlich sind gerade die kulturellen Unterschiede eine große Herausforderung. Es ist nicht immer einfach, sie zu akzeptieren – aber der Respekt vor interkultureller Individualität ist der Kern unseres Teamgedankens. Dabei stellen wir auch an unsere Mitarbeiter große Anforderungen: Die Bereitschaft zur Veränderung muss da sein. Unsere Kernwerte sind Leistung, Verantwortung und Identifikation.

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Marcus Wörwag: Unsere Teams sind in den letzten Jahren immer größer geworden. War ein Country Manager vor einiger Zeit noch für fünf Mitarbeiter zuständig, sind es heute teilweise mehr als 100 Mitarbeiter pro Landesorganisation. Das erfordert bei allen eine hohe Qualifikation und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen. Aber durch unsere flachen Hierarchien und die Transparenz in den Abläufen schaffen wir es, alle mitzunehmen – über Landesgrenzen, aber auch über die Grenzen in den Köpfen hinweg.

Internationale, d. h. gemischte Teams werden immer wichtiger. Viele gutausgebildete Frauen möchten Familie und Beruf verbinden. Wie stellen Sie sich auf diese Herausforderungen ein?

Monika Wörwag: Ich möchte behaupten, dass wir hier bereits sehr weit sind. Bei uns arbeiten insgesamt viele Frauen – wie generell in der Gesundheitsbranche - und viele davon in Führungs-positionen. Es kommt auf den einzelnen Menschen an und seine Einstellung. Von Anfang an hatten wir beispielsweise als Country Manager ein starkes Team an Frauen, promovierte Medizinerinnen, die zum Großteil heute noch dabei sind. Sie haben sich ebenso wie die Firma weiterentwickelt und werden von uns tatkräftig unterstützt und gefördert. Heute sind von 21 Country Managern 12 Frauen.

Auch in unserer internationalen Zulassungsabteilung, die von einer Frau geleitet wird, arbeiten sehr viele hochqualifizierte Mitarbeiterinnen, aus vielen unterschiedlichen Nationen. Wir setzen die jeweiligen individuellen Stärken unserer Mitarbeiter in gemischten Teams gezielt ein. Dies bringt die Mitarbeiter weiter und das Unternehmen.

Wie sieht die Zukunft für das Unternehmen aus?

Monika Wörwag: Vor allem anderen sind und bleiben wir ein Familienunternehmen! Und diesen Vorteil werden wir zu nutzen wissen: Unsere Bodenständigkeit macht uns zu verlässlichen Partnern. Die kurzen Entscheidungswege innerhalb der Firma lassen uns flexibel und schnell reagieren. Und nicht zuletzt ist es der Team Spirit, das gemeinsame Ziel, das Beste zu wollen, der uns alle bei der täglichen Arbeit beflügelt. Eine bessere Ausgangsbasis ist kaum zu finden.

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Marcus Wörwag: Natürlich wollen wir unsere bisherige Wachstumsdynamik fortführen. Das war bisher harte Arbeit und wird es auch in den kommenden Jahren sein. Wir nehmen diese Herausforderung an – aber wir wollen ein Wachstum mit menschlichem Antlitz. Das bedeutet auch, Arbeitsplätze zu sichern. Da unsere Teams hochmotiviert sind, werden wir unsere Ziele erreichen.