Diabetische Neuropathie: Diagnostische und therapeutische Fallstricke vermeiden!

​​​​​​​Eine Neuropathie hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und Lebenserwartung von Patienten mit Diabetes. Trotzdem wird sie oft zu spät erkannt und behandelt. Diese diagnostischen und therapeutischen Fallstricke sollten Ärzte in der Praxis vermeiden.

 

Frühzeitig screenen!
Die diabetische Neuropathie als „Spätkomplikation“ des Diabetes anzusehen, ist eine gefährliche Fehleinschätzung: Neueren Erkenntnissen zufolge ist bereits bei Prädiabetes die Prävalenz der Neuropathie erhöht, erklärt Privatdozent Dr. Ovidiu Alin Stirban, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin, Endokrinologie & Diabetologie der Schön Klinik Nürnberg Fürth (1). Daher sollte ein erstes Neuropathie-Screening bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bereits zum Zeitpunkt der Diabetes-Diagnosestellung erfolgen.

„Stumme“ Neuropathien nicht unterschätzen
Bei etwa der Hälfte der Patienten macht sich die Neuropathie nicht durch typische Missempfindungen oder Schmerzen an den Füßen bemerkbar, sondern verläuft asymptomatisch. Der „stumme“ Sensibilitätsverlust in den Extremitäten ist aber mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms verbunden. Mit einfachen neurologischen Tests können diese Defizite festgestellt werden.

Alle Neuropathie-Ursachen im Blick
Bei Diagnose und Therapie gilt es zu bedenken, dass neben dem Diabetes auch andere Neuropathie-Ursachen vorliegen können, so Stirban. Insbesondere sei an solche zu denken, die durch den Diabetes gefördert werden. Dazu zählt ein Mangel an Vitamin B1, der aufgrund einer erhöhten renalen Ausscheidung des Vitamins bei vielen Diabetikern auftritt und Neuropathien verursachen oder verstärken kann (2). Im Rahmen einer multikausalen Therapie sollte auch dieser ausgeglichen werden, wozu sich die hoch bioverfügbare Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin eignet.

Multikausal behandeln
Oftmals wird eine Neuropathie allerdings nur symptomatisch behandelt, wodurch die Progression der Nervenschädigung nicht aufgehalten wird. Die moderne Therapie der Neuropathie basiert auf einem multikausalen Ansatz nach dem 3-Säulen-Schema: Die erste und wichtigste Säule ist eine Optimierung der Stoffwechseleinstellung, die auch das Management von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sowie eine Veränderung des Lebensstils beinhaltet. Ergänzend kommt die zweite Therapiesäule zum Tragen. Sie hat zum Ziel, sowohl die Pathomechanismen der Neuropathie als auch die Symptome zu behandeln. Hier spielt der Ausgleich eines nervenschädigenden Vitamin B1-Mangels mit Benfotiamin eine Rolle, aber auch die antioxidativ wirkende Alpha-Liponsäure. Die dritte Therapiesäule bildet die symptomatische Schmerztherapie, zu der parallel immer alle kausal und pathogenetisch wirksamen Maßnahmen angewendet werden sollten.

Praxisrelevante Infos zur Diagnose und Therapie der diabetischen Neuropathie (und CME-Punkte) erhalten Ärzte in der zertifizierten Fortbildung „Diabetische Neuropathie“ von PD Dr. Ovidiu Alin Stirban (1). Hier gelangen Sie zur CME-Fortbildung >> 

Literatur:

1. Stirban OA. Diabetische Neuropathie: Früh erkennen, rechtzeitig gegensteuern! Der Allgemeinarzt 2019; 17: 34-42

2. Thornalley PJ et al. High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease. Diabetologia 2007; 50: 2164-2170

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